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Dallas Dhu Historic Distillery - Morayshire

Whisky boomt wie schon lange nicht mehr. Neue Brennereien streben mit innovativen Ideen und Konzepten auf den Markt, traditionsreiche Destillerien, die ihre Produktion längst eingestellt haben, werden wiederbelebt, klangvolle Markennamen sind plötzlich wieder da. Eine komplett erhaltene Brennerei wartet indes noch auf den Moment wachgeküsst zu werden: Dallas Dhu in Forres. Als letzte in Schottland errichtete Brennerei des 19. Jahrhunderts wurde Dallas Dhu (der gälische Begriff für >Tal des schwarzen Wassers<) 1899 von Alexander Edward gegründet, einem populären Brenner aus der Speyside, der die damals ebenfalls große Nachfrage nach >schottischem Gold< für Blended Whiskys mit einer weiteren Produktionsstätte zusätzlich zu befriedigen gedachte. Die Destillate waren sehr beliebt und von hoher Qualität, denn das tatsächlich fast schwarze Wasser aus dem nahegelegenen Altyre Burn erwies sich als extrem hochwertig.

Vorübergehend geschlossen während des Ersten Weltkrieges, erfolgte Anfang der 1930er Jahre eine neuerliche Stilllegung. Die Besitzer wechselten bis dahin mehrmals. Ein Brand 1939, der große Teile der Anlagen kurz nach Wiedereröffnung in Mitleidenschaft zog, stoppte die Produktion erneut. Erst 1947 begann sie abermals, für die Stromerzeugung lief noch bis 1950 ein Wasserrad. Doch 1983, als die Wirtschaftskrise in Großbritannien eine Vielzahl von Destillerien in die Knie zwang, war endgültig Schluss. Historic Environment Scotland (HES) kümmert sich seither um die Bewahrung der Fertigungsanlagen, die seit 1988 als Museumsdestillerie auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist und Einblick in das Leben der Arbeiter und natürlich in die Produktionsabläufe gibt. Im Shop des Besucherzentrums finden sich Flaschen des legendären und für die Brennerei höchst populären Blends Rhoderick Dhu.

Rubrik
Destillerien
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 19.Oktober 2017