Kanäle in Schottland

Vor mehr als 200 Jahren begann man in Schottland mit dem Bau von künstlichen Wasserstraßen, um der einsetzenden industriellen Revolution geeignete Wirtschaftswege zur Verfügung stellen zu können. Aufgrund teilweise extrem langer Bauzeiten und hin und wieder auch mangelhafter Ingenieurkunst hielt sich der ökonomische Erfolg der Kanäle allerdings in Grenzen. Darüber hinaus war die Schifffahrt recht bald der Eisenbahn wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit unterlegen. So kommt es, dass heute die Kanäle so gut wie ausschließlich Freizeitkapitänen und touristischen Anbietern vorbehalten bleiben. Dennoch stellen die Kanäle ein lebhaftes Zeugnis aufkeimenden Entwicklungsgeistes dar.

Der Crinan Canal kürzt den langen und gefährlichen Umweg um die Kintyre Halbinsel ab und verbindet den Atlantik mit dem Firth of Clyde, dem einstigen Mekka einer florierenden Schiffsbauindustrie. Der Caledonian Canal verbindet den Atlantik mit der Nordsee, Forth & Clyde sowie Union Canal bilden die maritime Durchfahrt zwischen schottischer West- und Ostküste. Die Arbeiten und Ideen des genialen Ingenieurs und Baumeisters Thomas Telford spielen dabei eine gewichtige Rolle. Insgesamt gut 180 Kilometer Länge umfassen die Kanäle in Schottland, die alljährlich von Millionen von Reisenden besucht, erwandert und befahren werden.

Historic Scotland und Scottish Canals erarbeiten derzeit eine Aufstellung zur Bewertung der zahlreichen Gebäude und Bauwerke entlang der Kanaltrassen. Einige davon dürften zweifellos in die Liste schützenswerter Industriedenkmäler aufgenommen werden. Damit stellen die beiden Organisationen die Bewahrung des kulturellen Erbes der Wasserwege auch für die kommenden Generationen sicher. Bereits 40 Bauwerke stehen schon jetzt unter Denkmalschutz. Nach Abschluss des Projektes im nächsten Jahr hofft man eine entsprechende Publikation mit allen verwertbaren Ergebnissen vorlegen zu können.

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Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 20.August 2013