Melrose Abbey - Borders

Das Örtchen Melrose im Schatten der drei mächtigen Gipfel der Eildon Hills, der Sage nach schläft König Arthur am Fuße des höchsten der Berge, um Großbritannien mit seinen Rittern zu Hilfe zu eilen, falls Ungemach droht, und die Sir Walter Scott so tief und nachhaltig beeindruckten, beherbergt mit Melrose Abbey das erste Zisterzienserkloster Schottlands. König David I. gründete die Abtei in den schottischen Borders im Jahr 1136 unweit des vom Heiligen Aidan um 640 errichteten früheren Klosters.

Der Handel mit Wolle verschaffte dem Gotteshaus schnell großen Reichtum, der auch zur Entwicklung des Dorfes beitrug. Durch die Nähe zur englischen Grenze kam es in den Folgejahren jedoch immer wieder zu Zerstörungen. So etwa durch König Edward II. im Jahr 1322. Beim Wiederaufbau half der Schottenkönig Robert the Bruce, dem das Kloster aus rosarotem Sandstein besonders am Herzen lag. Schon 1385 brannte Richard II. das Gebäude erneut zu großen Teilen nieder. Nun dauerte es gut 100 Jahre, bis der Sakralbau wieder vollendet war.

Doch 1544 erfolgte ein neuerlicher, zerstörerischer Rückschlag, der das Ende von Melrose Abbey einläutete. Nach und nach wurde es von den Mönchen verlassen und verfiel zusehends, überstand jedoch sogar noch weitestgehend Cromwells Bombardements während des späteren Bürgerkriegs. Die heutige von Historic Scotland erhaltene Abteiruine hat von ihrer einstigen Erhabenheit tatsächlich recht wenig eingebüßt.

Viele der eindrucksvollen figuralen Steinmetzarbeiten sind insbesondere an der Südfassade noch sehr gut erkennbar. Hierzu zählen Darstellungen von Engeln und Teufeln, Fabelwesen und Dämonen sowie einem absoluten Unikum: das Dudelsack spielende Schwein. Dieses ist aus der Höhe eines der Türme sehr gut erkennbar. Im Kapitelsaal finden sich die gut erhaltenen Originalbodenfliesen und in einem Bleibeutel aufbewahrt fand man hier, so wird vermutet, das Herz von Robert the Bruce, das seine Reise ins Heilige Land nicht zu Ende bringen konnte. Zur Erinnerung an den Schottenkönig liegt eine Gedenkplatte just an der Stelle, wo das illustre Behältnis bei Ausgrabungen entdeckt wurde.

Rubrik
Historische Stätten
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 24.August 2015