Eisenbahnbrücke als Weltkulturerbe

Eines der bekanntesten Bauwerke Schottlands ist mit ihrer geschwungenen Fachwerk-Konstruktion die Eisenbahnbrücke nordwestlich von Edinburgh über den Firth of Forth. Schon zu ihrer Einweihung nach siebenjähriger Bauzeit im Jahre 1890 galt sie als architektonisches Meisterwerk, dessen Bauprinzipien  selbst Gustave Eiffel inspiriert haben sollen, während er sich an den Bau des nach ihm benannten Eiffelturms machte. Mit einer Spannweite von mehr als 500 Metern war die Forth Bridge für knapp 30 Jahre die größte Brücke ihrer Art in der Welt. Noch heute versieht das 110 Meter hohe und 2,5 Kilometer lange, optisch höchst markante Bauwerk seinen zuverlässigen Dienst als wichtige Eisenbahnverbindung vom Süden in den Norden Schottlands, ohne dabei den Schiffsverkehr mit einer Durchfahrtshöhe von etwa 50 Metern zu behindern.

Die Mündung des River Forth hat hier zwischen den Orten South und North Queensferry schon eine erhebliche Ausdehnung, die mehr einer Meeresbucht denn einer Flussmündung ähnlich ist. 1964 wurde dann die parallel verlaufende Straßenbrücke fertiggestellt, welche sich mittlerweile als zu klein erweist und nun ihrerseits eine zusätzliche, weitere Brückenquerung erhält. Nicht nur auf Grund ihrer für ein technisches Bauwerk ungemein ästhetischen Erscheinung soll die Forth Bridge nun in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes © aufgenommen werden. Die Nominierung ist bereits erfolgt, eine hoffentlich positive Entscheidung darüber wird in den kommenden beiden Jahren erwartet. Und selbst wenn die Brücke nicht alle erforderlichen Kriterien erfüllen sollte, wird sie doch weiterhin problemlos die gut und gern 200 täglichen Zugpassagen über sich ergehen lassen und eine Augenweide bleiben.

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Attraktionen
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 06.Juni 2012