Das Leben der Wikinger

In diesen Wochen geistern Meldungen durch die schottischen Gazetten, dass die Northern Isles, also Orkney und Shetland, und auch die Western Isles, die Äußeren Hebriden, mehr Selbstbestimmung und so etwas wie größere Unabhängigkeit fordern. Dies passt natürlich so gar nicht in die Pläne des schottischen First Ministers Alex Salmond, der bekanntermaßen seinerseits nach der Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich strebt. Fast hat man den Eindruck, dass mit dieser Diskussion ein politisches Sommerloch überbrückt werden soll. Gleichwohl orientieren sich insbesondere die Orkney- und mehr noch die Shetland-Inseln ja sehr an ihre historischen skandinavischen Ursprünge, fühlen sich gar mehr Norwegen als Schottland zugehörig, wie diverse kulturelle Veranstaltungen, geschichtsträchtige Stätten sowie viele alte Orts- und Städtenamen bestätigen.

Im neuen Kulturzentrum Mareel am Hafen von Lerwick findet noch bis zum 10. August die 17. Auflage des "Viking Congress" statt. Exakt 63 Jahre nach dem erstmaligen Zusammentreffen dieser Art der skandinavischen und britischen Nordseeanrainer an gleicher Stelle. Repräsentanten aus Dänemark, Grönland, von den Færøer Inseln, Schweden, Norwegen, Island, Irland, England und Wales haben neben den Schotten den Weg in den hohen Norden Britanniens gefunden. Auch eine Abordnung aus Schleswig-Holstein ist bei dem einwöchigen Zusammentreffen vertreten. Auf dem Programm stehen Vorlesungen, Vorträge und Seminare zu allen möglichen Themen rund um das Leben, die Traditionen und die Kultur der Wikinger sowie zahlreiche Ausflüge zu den bedeutenden Stätten Shetlands wie dem Jarlshof, Mousa oder dem Clickhimin Broch. Darüber hinaus haben die Kongressteilnehmer auch Gelegenheit zum Besuch von Konzerten und zu Ausflügen in die Inselwelt Shetlands.

Die ursprüngliche Bezeichnung des Viking Congress lautete Scoto-Scandinavian Conference und begründete sich auf einer 1946 entstandenen Idee des regionalen Verwalters des British Council in Aberdeen, Robert Bruce. Inhaltlich geht es um den Austausch akademischer Erkenntnisse und Forschungen über die Wikinger. Dies trägt zu erweitertem Wissen über die vor gut 1000 Jahren blühende Kultur dieses seefahrenden Volkes bei. Die in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Zusammenkünfte werden zudem an wechselnden Austragungsorten durchgeführt.

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Autor:  Udo Haafke
Datum: 08.August 2013