Teehäuser - Willow Tearooms

Kate Cranston war eine eigenwillige Persönlichkeit. Zur vorletzten Jahrhundertwende drückte sie dem bürgerlich-gesellschaftlichen Leben in der Arbeiterstadt Glasgow ihren Stempel auf, indem sie eine öffentliche Kultur des Teetrinkens installierte. Tatkräftig zur Seite stand ihr dabei der junge Architekt, Designer und bedeutendster Vertreter des Glasgower Jugendstils Charles Rennie Mackintosh, der ihre vier Teehäuser in der Stadt mit seinem unverwechselbaren Stil prägte. Zunächst im Jahr 1897 war er nur für einige dekorative Details des Hauses in der Buchanan Street zuständig, während er anschließend die bereits in der Argyle Street bestehenden "Tea Rooms" grundlegend mit Mobiliar neu ausgestaltete.

Der "White Dining Room" war der erste Raum in den Tea Rooms in der Ingram Street, die Mackintosh mit seinem Design komplett in Eigenregie im Jahr 1900 gestalten durfte. 1903 war dann das gesamte Gebäude in der Sauchiehall Street 217 seiner gestalterischen Verantwortung übertragen. Es zog sich über insgesamt fünf Stockwerke und beeindruckte und erstaunte bei seiner Eröffnung im November die Gäste durch unkonventionelle Farbigkeiten, Spiegelflächen und Raumanordnungen.

Erhalten sind heute noch zwei der ikonischen Willow Tearooms, wovon das Haus in der Sauchiehall Street derzeit massiv bedroht ist. Der Eigentümer, der Juwelier Henderson, hat sein im Erdgeschoss ansässiges Ladengeschäft geschlossen und damit war die Zukunft des Teehauses mehr als ungewiss. Mittlerweile jedoch konnte ein Aufschub um zumindest ein weiteres Jahr erwirkt werden. Der Betrieb im Haus, das jedes Jahr 150.000 Besucher verzeichnet, kann weitergehen und man hat Zeit gewonnen, um notwendige Arbeiten an der Bausubstanz vornehmen und eventuell neue Finanzquellen akquirieren u können. Im Erdgeschoss befindet sich nun ein Souvenirgeschäft, das natürlich auch Produkte rund um Mackintosh vertreibt.

Rubrik
Restaurants
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 14.Juni 2013