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Schottland Bildband

Als der Weißrusse Dmitrij Leltschuk und der Italiener Sirio Magnabosco den Auftrag vom Mare Verlag erhielten, Bildmaterial für einen Schottland Bildband zu erstellen, war die Region im Norden Großbritanniens für beide noch unbekanntes Terrain, das sie zuvor noch nicht bereist oder gar erkundet hatten. Damit konnten sie unvoreingenommen und völlig frei gemäß ihrem eigenen fotografischen Gusto agieren, sich losgelöst von abgedroschenen Klischees inspirieren lassen. Es entstand ein opulentes, ein ansprechendes Werk, das Schottland jenseits von Postkarten- und Kalenderidyll präsentiert und gerade ohne stereotype Verklärungen eine Spur ehrlicher und erdiger wirkt.

Dmitrij Leltschuk übernahm dabei den journalistischen Part und steht für den Reportagecharakter des Buches. Seine Bilder zeigen schottischen Lebensalltag auf dem Land, in den Häfen, im Dorf. Sie wirken manchmal etwas überstilisiert und ikonenhaft, heroisch im Stile klassischer, schwarzweißer Arbeiterfotografie des letzten Jahrhunderts. Sie sind jedoch hervorragend inszeniert und erzeugen eine nachdenkliche Mystik. Keine der portraitierten Personen blickt direkt in die Kamera, mit Ausnahme eines kleinen Hundes auf der verregneten Dorfstraße in Peterhead. Die vorherrschenden, eher mäßigen Lichtverhältnisse unterstreichen diesen Eindruck noch, der eine Atmosphäre einer ja fast schwermütigen Melancholie erzeugt.

Auch die Landschaften Magnaboscos vermitteln diesen Duktus. Nur vereinzelt begegnet der Betrachter einem tiefen Blau des Himmels. Vielmehr dominieren graue Wetterszenarien, wie sie jedem Schottland-Reisenden gegenwärtig sind. Gleichwohl er auch den Regenbogen nach dem Wolkenbruch festhält. Hinlänglich bekannte Burgen und Schlösser erscheinen in ungewohntem Licht, in einer nüchternen Farbigkeit, mit der man sich erst etwas anfreunden muss. So erinnert Dunnottar Castle auf dem Titelbild in seiner schlichten Sachlichkeit mehr an ein Gemälde als an eine Fotografie, jedoch gänzlich ohne jedwede folkloristische Attitüde.

Als textliche Einstimmung auf den eigenwilligen schottischen Bilderbogen greift Katja Scholz die wechselhafte, von Schicksalsschlägen geprägte Geschichte des Landes auf und schlägt einen Bogen bis zur durch das Referendum vom September 2014 nahezu erreichten Unabhängigkeit. Sie erläutert die schottische Mentalität, die sich zwischen der volksnahen Romantik eines Robert Burns und den kulturprägenden Schwärmereien Sir Walter Scotts inmitten grandioser, jedermann faszinierender Landschaften entwickelte, ohne dabei das entbehrungsreiche Leben auf dem Land und manch typische Skurrilität außer Acht zu lassen.

Schottland - Sirio Magnabosco, Dmitrij Leltschuk, 144 Seiten, 133 Abbildungen, 30x26 cm, ISBN 978-3-86648-240-1, EUR 58

Während des gesamten Monats Mai verlost der SchottlandBerater insgesamt 5 Exemplare dieses Bildbandes Schottland. Teilnehmen ist ganz einfach. Bitte schicken Sie eine Email an den SchottlandBerater mit dem Stichwort 'Schottland Bildband - Mare Verlag' unter Angabe Ihrer vollständigen postalischen Anschrift - für den Fall dass Sie gewinnen!

Der Einsendeschluss ist der 31. Mai. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Für Ihre Teilnahme verwenden Sie am besten diese Kontakt-Funktion.

Rubrik
Schottisches
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 07.März 2016