Preston Mill - East Lothian

East Linton, knapp 10 Kilometer von Haddington und 40 Kilometer östlich von Edinburgh gelegen, hier steht die historische Mühle Preston Mill. Betreut wird sie seit 1950 vom National Trust for Scotland (NTS), der auch hier sehr gute Arbeit geleistet hat. Einen kleinen Parkplatz gibt es, Hunde sind erlaubt, Shop und eine Führung sind hier ebenfalls möglich. Zudem liegt die Preston Mill direkt am John Muir Wanderweg. Meinen ersten Gedanken, den ich hatte, als ich diese Mühle sah war: „Wie im Märchen!“ Das Wetter war fantastisch, das Grün grüner, das Rot röter kurz, alle Farben waren wie künstlich verstärkt und die alte Mühle sah ein bisschen wie verzaubert aus, oder wie ein Häuschen aus einem romantischen Film. Genau deshalb war Preston Mill auch in der Tat Drehort der Outlander Serie, wo Jamie sich unter Mithilfe von Claire und ihrer Schwester verstecken konnte. Also schnell das Ticket lösen und sich in der kleinen Ausstellung umsehen. Hier gibt es Bilder von früher, Infos und viele Ausstellungsstücke, Wissenswertes über die Mühle und ihre Familie.

Wenn man sich die Mühle nur von außen betrachten möchte, kann man es ohne Eintritt zu bezahlen tun. Um hineinzukommen braucht man einen Führer – den gibt es aber gratis zum Eintritt dazu. Ich nahm das Angebot natürlich an und mir wurde wirklich viel über die Mühle erklärt. Das Korn wurde hier getrocknet, gemahlen und der Müller Knecht brachte die Waren dann unter die Menschen. Sie hatten auch Hühner und Schweine mit in ihrer kleinen Mühle. Der Trockenraum, wo das Korn zunächst einmal trocknen musste, muss damals wirklich die Hölle gewesen sein. Um genug Hitze zu bekommen, hatte man sich ein selbst feuerndes System ausgedacht, der Wind blies das Feuer an, und die Hitze trocknete dann die Körner, die auf dem Dachboden lagen. Diese mussten gewendet werden, und es war voller Dampf, Rauch und Staub da oben. Waren die Körner trocken, wurden sie durch ein Rohrsystem in die eigentliche Mühle gefegt und hier dann portionsweise gemahlen. Man macht sich kein Bild über die Technik, aus altem Holz, die in so einer Mühle stecken. Überall klappert und windet es sich, und es funktioniert bis heute einwandfrei.

Vom Wasser angetrieben mahlten die Steine das Korn, die Hüllen wurden davongeblasen, ganz von alleine. Dies war nicht immer so, denn ein Ingenieur reiste für diese Erneuerung bis nach Holland um dies zu lernen und die Technik dann nach Hause zu bringen. Ein weiteres Problem war der Mahlstein. In der Gegend war der Stein zu hart, in England zu weich. Der perfekte Steinbruch für Mühlsteine war bei Paris. Just als Napoleon gegen die Engländer kämpfte, brauchte Preston Mill einen neuen Stein. Mitten im Krieg, was tun? Etwas geschah, was heute wohl kaum noch möglich ist, der Krieg wurde hier und da einfach ausgesetzt, damit der Stein heile zu seiner Mühle kam. Das wunderschöne Mühlenrad ist innen aus Eisen und hat Holzschaufeln, auch diese werden heute noch wenn nötig ersetzt.

Bereits im 12. Jahrhundert gab es an dieser Stelle eine Mühle, aber diese Preston Mill gibt es erst seit dem 17. Jahrhundert. 1760 wurde sie noch einmal umfassend erweitert und restauriert und 1959 endgültig geschlossen. Der Müller selbst starb später an Asthma. Die Preston Mill ist eine von insgesamt 7 Mühlen in der Pfarrei Prestonkirk, der Gemeinde von East Linton. Und noch etwas Schönes gibt es hier zu entdecken. Wenn man hinter dem Wasserrad dem kleinen Weg folgt, über eine weiße Brücke geht, die über den Fluss Tyne führt (der der Mühle das Wasser zuführt), läuft man nicht weit und gelangt zu dem »Phantassie Doocot«, ein Taubenschlag. Auch dieser ist sehr schön restauriert und gehört zu der Phantassie Farm. Man kann hier außerdem sehr ausgiebig wandern, denn der bekannte John Muir Weitwanderweg beginnt im nahegelegenen Dunbar an der schottischen Ostküste.

Rubrik
Historische Stätten
Artikel Info
Autor:  Maren Frentrup
Datum: 22.Juni 2017