Maria Stuart Ausstellung

Mary Queen of Scots gehört fraglos zu den schillerndsten Persönlichkeiten in der Geschichte Schottlands. Eine Aura voller Romantik aus Mythen und Legenden umgibt ihren Lebensweg, der im Grunde eine Aneinanderreihung schicksalhafter Begebenheiten war, ein aristokratisches Ränkespiel aus Intrigen, Missgunst, Mord und Lügen im ewigen Geplänkel der Mächtigen um Reichtum, Einfluss und Ansehen. Allein die Tatsache, dass die kleine Mary direkt nach ihrer Geburt die Bürde der Krone auf ihre mehr als zarten Schultern nehmen musste, zeichnete ihren Weg vor.

In der Galerie 1 auf der dritten Ebene des Edinburgher National Museums of Scotland ist vom 28. Juni bis zum 17. November eine hochinteressante und exklusive Ausstellung zu sehen, die das Leben und Wirken, aber auch das private Umfeld der Maria Stuart präsentiert. Sie beleuchtet die Zeit Marys aus neuen Blickwinkeln, die emotional aufwühlen: als Betrogene durch die, denen sie zu vertrauten glaubte, verdammt als Märtyrerin des Katholizismus, vielleicht sogar als Mörderin ihres eigenen Mannes. In bisher in dieser Form noch nicht gebotener Qualität und Dichte zeigt das Museum zahlreiche Dokumente und Schriften sowie Portraits der Königin, außerdem authentische Kleidungsstücke, Schmuck und Mobiliar.

Parallel dazu hat Historic Scotland eine interessante Recherchearbeit vorgelegt, die Marys Reisegewohnheiten beleuchtet. Das Ergebnis mag verblüffen, denn nach ihrer Rückkehr aus Frankreich war ihr Regierungssitz als schottische Königin zwar der Holyrood Palast in Edinburgh, doch zog es sie immer wieder auf unterschiedlichen Touren hinaus ins Land. Insbesondere um wahre Volksnähe zu demonstrieren. Als nördlichsten Punkt erreichte sie Dingwall, während sie im schottischen Süden, in Dumfries und Galloway auf Glenluce Abbey und Dundrennan Abbey verweilte.

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Autor:  Udo Haafke
Datum: 09.April 2013