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Linlithgow Palace - Historic Scotland

Auch wenn kein Dach mehr die stabilen quadratischen Mauern des Palastes von Linlithgow westlich von Edinburgh schützt, so ist die stattliche heutige Ansicht der stolzen Ruine immer noch mehr als beeindruckend. Imposant und mächtig ragen die dunklen, braunroten steinernen Wände in die Höhe und umschließen den großen Burghof mit seinem prächtigen Brunnen in der Mitte. Auf den vielen Etagen des Schlosses kann man durch zahllose Räume und Säle wandeln, in denen Sonne, Wind und Wolken ein nicht enden wollendes mystisches Schattenspiel zelebrieren, die Fensteröffnungen schöne Aussichten bieten und Gedanken an den Geist der Geschichte erwecken.

Linlithgow Palace, dessen Baubeginn auf das Jahr 1424 datiert wird, nachdem eine Feuersbrunst nahezu den gesamten Ort vernichtete, wird gern auch als das Versailles Schottlands bezeichnet, denn es diente vornehmlich als Lustschloss des Hochadels und beliebte Zwischenstation des Königshauses, wenn es sich auf dem Weg vom Schloss in Edinburgh zu jenem in Stirling begab. Nahezu die gesamte Dynastie der Stewart-Familie residierte auf Linlithgow. James V., seine Tochter, die legendäre Maria Stuart, und Prinzessin Elisabeth, die Winter Queen, erblickten hier das Licht der Welt. Auch Bonnie Prince Charlie nutzte den Palast eine Zeit lang als Domizil.

Mit dem Machtverlust der Stewarts endete jäh die Blütezeit Linlithgows. Der Palast wurde Opfer eines verheerenden Feuers im September 1745 und verfiel anschließend. Heute, unter der Verwaltung von Historic Scotland, bemüht man sich die Ruine sorgsam zu konservieren und der Nachwelt zu erhalten. Auffällig beim Rundgang durch die Palastruine sind zahlreiche figurative Steinmetzarbeiten wie die musizierenden Engel in der Royal Chapel. Auch der Park und der sich vor dem Schloss ausbreitende See sind besuchenswert.

Rubrik
Historische Stätten
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 10.Juli 2011