Flüge mit Loganair

Zwei Unternehmen versinnbildlichen die traditionellen Werte im schottischen Transportwesen: auf dem Wasser stellt die Fährreederei Caledonian MacBrayne für viele abgelegene Regionen einen echten und zwingend notwendigen Lebensnerv dar, während in der Luft der Name Loganair untrennbar mit dem Regionalflugverkehr in Schottland verbunden ist. Loganair feiert 2012 sein 50-jähriges Bestehen und gehört damit zu den ältesten, noch existierenden Luftlinien Großbritanniens. Alles begann 1962 mit einem kleinen, von Edinburgh ausgehenden Luft-Taxi-Betrieb und einem einzigen Flugzeug. Man erkannte jedoch sehr schnell, dass ein größerer Bedarf bestand, der insbesondere den schottischen Inseln einen Anschluss an den internationalen Luftverkehr erlaubte. So wurde bereits 1964 ein Liniendienst mit den Orkney-Inseln aufgenommen, der in ähnlicher Form auch seit 1970 mit Shetland besteht.

Besonders stolz sind und waren die Verantwortlichen der Loganair auf die enge Zusammenarbeit mit dem schottischen Luftrettungsdienst, Scottish Ambulance Service, die 1967 mit den Inneren Hebriden-Inseln begann, später auf die Northern Isles ausgedehnt werden konnte und heute noch zuverlässig bedient wird. Als British Airways 1975 ihr Liniennetz ausdünnte, übernahm die Loganair nahezu sämtliche Flüge innerhalb Schottlands und besaß ein ausgezeichnetes, von Glasgow und Edinburgh ausgehendes Netzwerk. Zu Beginn der 80er Jahre gesellten sich neben Strecken auf die Kanalinseln gar Verbindungen zum Kontinent dazu, wobei die Flugzeug-Flotte ebenfalls permanent erweitert wurde und neben den zuverlässigen Turboprop-Maschinen, überwiegend aus britischer Produktion, auch Jets einsetzte.

Mitte der 90er Jahre sah Loganair als Franchisepartner der British Airways schwierigen Zeiten auf einem turbulenten, von explodierenden Treibstoffpreisen gebeutelten Luftverkehrsmarkt entgegen, denen ein Ausverkauf der meisten Routen folgte. Das Management besann sich zurück auf den Pioniergeist der Anfänge und stellte einen runderneuerten Flugplan auf mit zunächst nur noch sechs Maschinen. Glasgow fungierte als Stützpunkt für die Routen auf die Hebriden, von Aberdeen wurde Shetland bedient. "Serving the Highlands and the Island" war nun das Credo. Diese Maßnahmen stellten eine solide Basis dar, die seit 2008 mit dem Wechsel der Franchise-Partnerschaft zum erfolgreichen britischen Regionalcarrier FlyBe manifestiert werden konnte. So tragen die Flugzeuge heute zwar die Farben der FlyBe, doch Loganair, Scotland's Airline ist ebenfalls immer noch zu lesen.

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Reise News
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 22.Mai 2012