Fähre zur Insel Mull

Die Insel Mull, Eilean Muile, die größte Insel der Inneren Hebriden, erfüllt zweifellos ebenso alle Voraussetzungen zu einem Schottland im Kleinformat wie es der Insel Arran im Firth of Clyde gern nachgesagt wird. Fjorde und Lochs, Berge und Wälder und eine artenreiche Flora und Fauna charakterisieren Mull auf einer überschaubaren Fläche. Begünstigt durch den Golfstrom ist das Klima auf Mull prinzipiell sehr moderat, gerne kokettiert man auf der Insel jedoch auch mit dem großen Regenreichtum, denn die Wolken vom Atlantik treffen gerade hier erstmals auf natürliche Hindernisse.

Mull ist gleichwohl die viertgrößte Insel um das britische Festland herum, die zweitgrößte der Inneren Hebriden, und geprägt von Single Track Roads und Passing Places, die hin und wieder von sprichwörtlich bockigen Schafen blockiert werden. Gesäumt von mehr als 485 Kilometern schroffer wie lieblicher Küstenlinie, besitzt Mull mit dem Ben More den einzigen Munro der Hebriden außerhalb von Skye.

Die größte Ansiedlung auf Mull ist das quirlige Hafenstädtchen Tobermory mit seiner Promenade aus bunt getünchten Häusern. Sie gehört sicher zu den typischsten Schottlandmotiven für Maler und Lichtbildner. Hier lebt der überwiegende Teil der Inselbevölkerung, die etwa 2.700 Menschen zählt. Weithin bekannt wurde Tobermory als Standort des populären BBC Kinderprogramms »Balamory«. Direkt am Hafen befindet sich auch die einzige, nun schon 220 Jahre alte Whisky-Destillerie der Insel, die seit jeher gerne von Filmschaffenden für Produktionen genutzt wurde.

Bei den weiteren Orten auf Mull handelt es sich zumeist um kleine Dörfer. So Dervaig an der Westküste, in dem einmal das kleinste professionelle Theater der Welt beheimatet war, mit 43 Plätzen in einem umgebauten Kuhstall. Oder Calgary. Der Name steht für einen winzigen Hafen und einen zauberhaften, breiten Strand und für eine Großstadt in Alberta, Kanada. Sie geht zurück auf den Highland Colonel McLeod, der nach Nordamerika auswanderte und damit 1876 seiner schottischen Heimat ein Denkmal setzte.

Im 18. und 19. Jahrhundert sorgten die Maßnahmen der Highland Clearances für einen rapiden Rückgang der Bevölkerung Mulls und während des Zweiten Weltkrieges war die gesamte Insel Sperrgebiet aufgrund militärischer Aktionen der britischen Marine. Bis 2010 verkehrte auf der Insel zwischen Craignure und Torosay Castle als besondere touristische Attraktion eine Schmalspureisenbahn, die dann aber aufs Festland umziehen musste, da die neuen Besitzer des Schlosses keinen Publikumsverkehr mehr wünschten. So bleibt Duart Castle als trutzige Landmarke im Südosten Mulls die einzige, komplett erhaltene Burg.

Anreisemöglichkeiten nach Mull mit den Fähren der Caledonian MacBrayne (laut Sommerfahrplan):

Fährverbindung: Oban-Craignure/Mull

Fährverbindung: Lochaline/Morvern-Fishnish/Mull

Fährverbindung: Kilchoan/Ardnamurchan-Tobermory/Mull

Fährverbindung: Iona-Fionnphort/Mull

Rubrik
Geographie
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 23.August 2017