Eisbären im Nationalpark

Seit der medial recht ausufernden Berichterstattung über das leider viel zu kurze und ziemlich tragische Leben des Berliner Eisbären Knut stehen Klimawandel, Erderwärmung und CO²-Emission tagtäglich in den Schlagzeilen von Tageszeitungen und Magazinen. Der knuffige kleine Eisbär sorgte insbesondere in seiner frühen Jugend für große Aufmerksamkeit und sensibilisierte viele Menschen für das Schicksal seiner Artgenossen und für die Natur und deren Ausverkauf im Allgemeinen. Jedes Mal, wenn nun etwas rund um die Spezies Eisbär geschieht – sei es in freier Wildbahn oder in den einschlägigen Zoos und Tierparks - sind Film, Funk und Fernsehen nicht weit. Dies bekam unlängst auch der vierjährige Eisbär Arktos zu spüren, der aus seiner angestammten Heimat in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover nach Schottland emigrieren musste. Dort traf er auf den ein Jahr jüngeren Artgenossen Walker, der wie Arktos auch das Licht der Welt im Tierpark von Rheden in den Niederlanden erblickte.

Beide sind nun eindrucksvolle Stars im Highland Wildlife Park von Kincraig im westlichen Teil des Cairngorms National Parks. Den Bären steht ein sehr großes Areal von vier Hektar mit Badesee zur Verfügung, das ihnen eine spielerische Annäherung und baldige gemeinsame Unternehmungen erlaubt. Für den Umzug verantwortlich war und ist das Europäische Erhaltungsprogramm (EEP), das über den nachhaltigen Artenschutz der bedrohten Eisbären wacht und außerdem die Fortpflanzung der Tiere – soweit möglich – organisiert. So kommen auf Arktos bereits im nächsten Jahr eheliche Pflichten zu, denn mit Erreichen der Geschlechtsreife und einem Alter von fünf Jahren wird ihm eine Eisbärdame zugeteilt. Damit steht einer folgenden Eisbärengeneration kaum noch etwas im Wege. Ein weiterer Neuankömmling in dem Nationalpark von Kincraig ist der Amur-Tiger Marty, der mit der schon anwesenden Dominica ein Paar bilden und ebenfalls eine Familie gründen soll.

Rubrik
Natur
Artikel Info
Autor:  Udo Haafke
Datum: 30.Mai 2012