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Dunfermline Abbey and Palace

Bis 1603 war Dunfermline an der Nordseite des Firth of Forth stolze schottische Hauptstadt. Doch als eine der ersten nachweisbaren Siedlungen des Landes überhaupt reicht die Geschichte der Stadt wesentlich weiter zurück. Es war 1070, als König Malcolm III. Königin Margaret in einer Kirche Dunfermlines ehelichte. Margaret gefiel der Ort so gut, dass sie sich für die Gründung eines Benediktinerklosters an dieser Stelle einsetzte. Klosterbrüder aus Canterbury kamen nach Schottland, und 1128 rief König David I. dann die Abtei ins Leben zum Gedenken an seine 1093 verstorbene Mutter Margaret, die später den Status einer Heiligen erhielt.

Während der Unabhängigkeitskriege 1303 zerstörten englische Truppen die meisten Wohngebäude der Klosteranlage, nicht jedoch die Klosterkirche. Unmittelbar danach begann der Wiederaufbau, an dem Robert the Bruce maßgeblichen Anteil hatte. Der legendäre König wurde 1329 hier beigesetzt, sein Herz gelangte jedoch nach Melrose Abbey in den Borders. Die Reformation von 1560 machte dem Klosterbetrieb dann den Garaus. James VI. begann eine neuerliche Restaurierung und schenkte später alles seiner Frau, Königin Anne von Dänemark.

Sie ließ aus dem ehemaligen Gästehaus der Abtei einen Palast als ihre persönliche Residenz bauen. Hier kam 1600 Charles I., der letzte auf schottischem Boden geborene König, auf die Welt. 1651 war dann die Herrlichkeit von Palast und Abtei endgültig vorbei. Historic Environment Scotland (HES) kümmert sich heute um die noch immer eindrucksvollen Ruinen. Das Besucherzentrum, das auch zwei kleine Museen beheimatet, befindet sich im ehemaligen Torhaus der Abtei. Von hier aus führt eine Wendeltreppe zum ehemaligen Küchenbereich des Palastes und lässt sich die gesamte Anlage ausgezeichnet erkunden. Außerdem haben erst kürzlich Studenten des City of Glasgow College - in Zusammenarbeit mit HES - ein Modell entwickelt, an dem die über 1000 Jahre alte Geschichte dieser Anlage anschaulich dargestellt wird.

Rubrik
Historische Stätten
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 06.September 2016