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Pollok House - Glasgow

Es war im Jahre 1931, als sich findige, einflussreiche und kulturbeflissene Köpfe im mit Zedernholz verkleideten Raucherzimmer des Pollok House trafen, um die Gründung des National Trust for Scotland zu beschließen. Das imposante Herrenhaus im weitläufigen Pollok Country Park südwestlich des Zentrums von Glasgow blickte zu diesem Zeitpunkt schon auf eine gut 180-jährige Geschichte zurück, nachdem es vom bekannten Architekten William Adam im großartigen georgianischen Stil errichtet worden war. Für den hübschen formalen Garten zeichnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts Sir Robert Roward Anderson verantwortlich. Über viele Generationen im Besitz der Maxwell Familie wurde es als Geschenk an die Stadt Glasgow übergeben und befindet sich seit 1998 unter der Obhut eben dieses hier gegründeten National Trust.

Pollok House ist ein Musterbeispiel einer feudalen Villa. Im Obergeschoss wird der aristokratische Lebensstil der edwardianischen Zeit lebendig. Die vielen Zimmer, die noch immer die luxuriöse Aura der Maxwell Familie verströmen, sind mit exquisitem zeitgenössischen Mobiliar ausgestattet und dekoriert. Die Bibliothek umfasst allein 7.000 Bücher. Die Kunstsammlung des Sir William Stirling Maxwell umfasst eine Reihe hochkarätiger spanischer Meister wie El Greco, Goya oder Murillo. Ungekröntes Highlight dabei vielleicht das unvollendete Portrait des Sir John Maxwell aus dem Jahre 1822. Man vermutet, dass dies das letzte Gemälde aus der Hand von Henry Raeburn ist.

Im Untergeschoss offenbart sich eine ganz andere Welt. Hier leisteten die Bediensteten der Familie Maxwell ganze Arbeit. Zu besten Zeiten bestand die Dienerschaft aus 48 Personen, die sich um gerade einmal drei Familienmitglieder zu kümmern hatten. Beeindruckend etwa die langen, gekachelten Flure und Korridore. Eine Cafeteria befindet sich in der ehemaligen Küche von Pollok House, in einigen Räumen, in denen einst die Diener lebten, kann man nun Literatur und Geschenkartikel erwerben. Der Landschaftspark bietet neben üppigen Blumenarrangements zudem zauberhafte Wanderwege entlang des White Cart Water.

Rubrik
Attraktionen
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 06.April 2017