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Museum of Scottish Lighthouses - Fraserburgh

Sie stehen, nicht selten in ausgesprochen exponierter Lage, an Schottlands Küsten und auf den Inseln, um den Menschen auf dem Meer zuverlässig den rechten Weg zu weisen. Leuchttürme umgibt eine gewisse Mystik, eine Sehnsucht nach Weite und Freiheit, eine Aussicht vielleicht über den Horizont hinaus zu blicken. Deshalb werden sie gerne besucht und gerne fotografiert ob ihres markanten Standortes in prächtiger Kulisse.

So finden sich viele Türme stets aufs Neue als typische Markenzeichen in Publikationen über Schottland. Mull of Galloway, Neist Point, North Ronaldsay, Turnberry, Ardnamurchan, Cape Wrath, Bell Rock, Muckle Flagga, Sumburgh Head, Butt of Lewis, Corran, Lismore – die Liste der illustren Namen ist schier endlos.

Schon immer nutzte man Feuer als Lichtzeichen in der Seefahrt, doch der erste in Schottland registrierte Leuchtturm befand sich in Form eines schlichten Kohlenfeuers auf der Spitze eines Turms auf der Isle of May, das war im Jahr 1635. Durch die wachsende Bedeutung der Schifffahrt für den Handel und die Verteidigung wurde 1786 die Commission for Northern Lights gegründet, welche die Aufgabe übernahm, den Küstenverlauf systematisch mit Leuchtfeuern auszustatten. Barra Head, Kinnaird Head, Mull of Kintyre und North Ronaldsay waren die ersten ihrer Art, ausgestattet mit komplexen Parabolreflektoren und mit Walöl betriebenen Brennern.

Der organisierte Bau der Leuchttürme in Schottland ist eng mit der Familie Stevenson verbunden, die in mehreren Generationen für die Konstruktion der Landmarken verantwortlich zeichnete. Leuchtturmwärter waren auf dem Posten, oft in aller Abgeschiedenheit, um für die korrekte Funktion zu sorgen. Sie wurden im 20. Jahrhundert nach und nach durch Automatisierung überflüssig, der letzte seines Standes verließ South Light auf Fair Isle jedoch erst 1998. Viele Türme bzw. deren Nebengebäude fungieren heute als Hotel oder Ferienhaus.

Kinnaird Head in Fraserburgh an der Nordostspitze Aberdeenshires, erbaut vom Northern Lighthouse Board und der erste seiner Art überhaupt, beherbergt heute das Museum of Scottish Lighthouses. Das dortige Castle aus dem 16. Jahrhundert war ein perfekter Standort für die erste Leuchtturmkonstruktion des Ingenieurs Thomas Smith, die auch erst 1991 automatisiert wurde. Im Museum wird die spannende Geschichte der Leuchttürme und ihrer Bedeutung für das maritime Schottland mit zahlreichen historischen Exponaten und Abbildungen präsentiert und dargestellt.

Ganzjährig geöffnet gibt es täglich mehrere Führungen in dem historischen Leuchtturm. Das Museumscafé mit Blick auf den Moray Firth verspricht sogar die mögliche Aussicht auf Wale, Delfine oder Seehunde. Außerdem kann das Museum für Feiern oder Veranstaltungen gemietet werden. Außerdem gibt es ab der Saison 2018 ein gemeinsames Ticket nicht nur für das Museum, sondern auch für das Kinnaird Head Castle & Lighthouse.

Rubrik
Attraktionen
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 20.März 2018