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Fort George am Moray Firth

Auf drei Seiten vom Moray Firth umgeben erhebt sich Fort George bei Ardersier östlich von Inverness als wahrhaftiges Festungsmonument über die überwiegend von feinen Sandstränden geprägte Küstenlinie. Die Festung entstand unmittelbar nach der Niederschlagung des Jakobitenaufstandes bei Culloden im Jahr 1745, die das damalige Ende schottischer Unabhängigkeitsbestrebungen bedeutete. König George II. ließ das Fort in seinen ungewöhnlich massiven Ausmaßen zur Verteidigung und wohl auch zur Abschreckung immer noch revoltierender Schotten errichten. Die Arbeiten an der militärischen Anlage waren erst nach über 20 Jahren 1769 abgeschlossen und verschlangen für damalige Verhältnisse außerordentlich hohe Geldsummen.

Doch zu Verteidigungszwecken wurde Fort George dann nicht mehr genutzt, stattdessen bot und bietet es renommierten Hochlandregimentern eine adäquate Garnison und Heimstatt. Hierzu zählen u.a. die Gordon Highlander, die Cameron Highlander sowie das königliche Black Watch Regiment. Hinter seinen beeindruckenden Wallanlagen erheben sich noch genau wie im 18. Jahrhundert schützende Bastionen. Erst dahinter erreicht man das eigentliche Fort, in welchem sich die Kasernen für bis zu 1.600 Infanteriesoldaten, die Unterkünfte für Offiziere und Artillerie befinden. Darüber hinaus gibt es ein riesiges Waffenmagazin mit einem Arsenal von 2672 Pulverfässern, eine vermutlich von Robert Adam gestaltete Kapelle, eine Brauerei und einen Lebensmittelladen.

Obwohl Fort George in Teilbereichen noch aktiv für militärische Zwecke genutzt wird, hat es sich unter Mitwirkung von Historic Environment Scotland zu einer wichtigen Sehenswürdigkeit und zu einem Dokumentationszentrum schottischer Geschichte entwickelt. So sind eine umfangreiche Waffenkollektion zu sehen und eine Präsentation und Ausstellung über das frühere Leben und Wirken im Fort sowie das Regimentsmuseum der Black Watch Einheit. Das weitläufige Gelände der Befestigung dient oft als authentischer sommerlicher Schauplatz für die ebenso spektakuläre wie nachdenkliche Nachstellung soldatischen Alltags vor über 200 Jahren, das Ganze mit entsprechendem Volksfestcharakter.
Bemerkenswert ist auch einer von überhaupt nur zwei schottischen Hundefriedhöfen, auf dem die treuen Vierbeiner von Regimentsoberen und Offizieren beigesetzt sind. Vom Befestigungswall aus lassen sich aber mit etwas Glück durchaus auch quicklebendige Delfine im Wasser des Moray Firth beobachten.

Rubrik
Attraktionen
Artikel Info
Autor:  Wilfried Klöpping
Datum: 12.Juli 2017