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Ascog Hall Gardens & Victorian Fernery

Alexander Bannatyne Stewart, ein wohlhabender Geschäftsmann aus Glasgow, pflegte eine Leidenschaft, die im viktorianischen Zeitalter in der feinen britischen Gesellschaft weit verbreitet war. Seine Passion galt dem Sammeln und der Aufzucht exotischer Pflanzen. Im Jahre 1862 erwarb er das Anwesen Ascog Hall, um hier seine Wochenenden zu verbringen und eben dieser Leidenschaft nachzugehen. Besonders liebte Mr. Stewart Orchideen und Farne.

Das Herrenhaus Ascog Hall wurde im typischen schottischen Baronial-Stil erbaut. Im Inneren spiegelte es den wachsenden Wohnkomfort des ausgehenden 19. Jahrhunderts wieder, von außen mutet es eher wie eine Burg an. Umgeben ist das Haus von einer prächtigen Gartenanlage, mit alten Bäumen und sattgrünen Rasenflächen.

1870 beauftragte der Hausherr den bekannten Gartenarchitekten Edward La Trobe Bateman damit, einen Garten anzulegen und ein Gewächshaus für Farne zu bauen. La Trobe Bateman war soeben aus Australien zurückgekehrt, wo er den Botanischen Garten von Melbourne entworfen hatte. Das wunderschöne, viktorianische Gewächshaus, die sogenannte "Fernery", sollte das Herzstück von Ascog Hall werden.

Das Gewächshaus wurde in den lokalen Felsen gehauen, das beeindruckende Glasdach befindet sich praktisch ebenerdig. Die Fernery war schon damals aufgrund Ihrer besonderen Bauart und den zahlreichen, exotischen Sammelobjekten eine Berühmtheit. Stolz der Farnsammlung war und ist bis heute ein prächtiger, uralter Königsfarn aus Südafrika – "todea barbara". Es wird vermutet, dass es sich bei diesem Farn um den ältesten, exotischen Farn Europas handelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Ascog Hall sich selbst überlassen. Erst 1986 wurden Haus und Garten neu Instand gesetzt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde der Königsfarn wieder entdeckt. Er hatte als einziger Farn der Originalsammlung überlebt. Mit Hilfe des Royal Botanic Garden Edinburgh wurde das Gewächshaus so originalgetreu wie möglich wieder mit Farnen bepflanzt. Heute erstrahlt alles im neuen Glanz und Reisende und Gartenenthusiasten sollten sich einen Besuch des besonderen Gartenjuwels Ascog Hall, Gardens & Victorian Fernery nicht entgehen lassen.

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Die geschützte Südlage am Meer und der Golfstrom erlauben das Gedeihen vieler exotischer und außergewöhnlicher Stauden und Bäume. Beim Bummel durch die 'Räume' des Gartens, betritt  der Besucher einen Ort der Ruhe. Der Weg führt von der Blumenwiese durch den Kiesgarten mit einer kleinen Zen-Ecke, weiter durch den Rosengarten, das kleine Waldstückchen und den Steingarten.

Der Wassergarten lädt zum Verweilen ein, bevor ein Gang durch die Ruine des alten Stall- und Kutschgebäudes den Besuch abrundet. Ascog Hall liegt auf der Insel Bute, westlich von Glasgow. Man erreicht Bute mit einer Fähre der Reederei Caledonian MacBrayne von Wemyss Bay nach Rothesay auf Bute. Die Überfahrt dauert ca. 35 Minuten.

Ein neues Highlight aus dem Ascot Hall Garten ist der "Plant Hunter Trail". Die Geschichte der Pflanzenjäger ist so faszinierend, dass sich die Besitzer entschlossen haben, acht wetterbeständige Schautafeln im Garten aufzubauen, welche nicht nur die Fakten über die Pflanzenjäger liefern, sondern auch kleinere Anekdoten oder weniger Bekanntes erzählen. Nebenbei werden auch die Pflanzen gelistet, die der jeweilige Plant Hunter eingeführt hat und die sich im Garten befinden. Die Schilder stehen während der Sommermonate bis Ende September den Besucher zur Verfügung.

Rubrik
Gärten
Artikel Info
Autor:  Karin Burke / Wilfried Klöpping
Datum: 16.März 2015